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Abgeschlossen

Reaktivfarbstoffe bestechen in der Textilindustrie durch ihre brillante Färbung mit hervorragender Echtheit, die sie durch die chemische Bindung an die Textilfaser über die sogenannten Reaktivanker erreichen. Während in Textilien Baumwoll- oder Wollfasern als Bindungspartner zur Verfügung stehen, kommen in Lebensmitteln die zahlreichen Inhaltsstoffe wie Proteine, Stärke, Maltodextrine, Pektine u. v. m., als Reaktionspartner in Frage. Vor allem in gebundener Form können sie mit den üblichen Untersuchungsmethoden nicht erfasst werden, sodass eine Verfälschung analytisch zunächst nicht auffällig erscheint.
Lebensmittelfärbung ist in vielen Produktgruppen wichtig. Da künstliche Farbstoffe gesundheitlich umstritten sind und natürliche Farbstoffe oft technologische und wirtschaftliche Nachteile haben, rücken Reaktivfarbstoffe in Fruchtpigmentextrakten in den Fokus. Im Vorgängerprojekt (AiF 19637 N) wurden bereits Methoden zum Nachweis von Reaktivfarbstoffen mit Reaktivanker in Gewürzextrakten, Fruchtkonzentraten sowie Fleisch- und Wurstwaren entwickelt. Das Anschlussprojekt erweitert diese Analytik auf bislang schwer nachweisbare Anwendungen, insbesondere bifunktionelle Reaktivfarbstoffe mit Ankergruppen beidseits der Azogruppe. Eine photometrische Schnellmethode wird für weitere Farbstoffklassen und Farbtöne ausgebaut; dafür läuft ein Screening mit 345 Referenzen, darunter 112 Reaktivfarbstoffe. Zudem wird eine NMR-Datenbank zur eindeutigen Identifizierung verbotener Farbstoffe erweitert. Ergänzend wird der Nachweis über charakteristische Pyrolyseprodukte nach Anreicherung mittels TED-GC-MS geprüft, um verschiedene Lebensmittelmatrices abzudecken.
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